Polen EM Trikot 2012

„Ab ins Viertelfinale… und dann kann vieles passieren!“ An Selbstvertrauen mangelt es Jakub Blaszczykowski, Mittelfeldflitzer bei Borussia Dortmund und Kapitän der polnischen Nationalmannschaft nun wahrlich nicht. „Kuba“, wie sie ihn beim BVB rufen, glaubt fest daran, dass die Polen es mit dem Heimvorteil bei der EM 2012 schaffen und ihre Vorrundengruppe schadlos überstehen können. „Richtig stolz“ sei er, den Gastgeber der Europameisterschaft als Kapitän aufs Feld führen zu dürfen. Doch durch den Heimvorteil steigt natürlich auch der Druck der Öffentlichkeit. Die Polen erwarten viel, mindestens aber den Einzug in die K.-o.-Runde.

Gruppe & Chancen

Das Los meinte es gut mit der polnischen Nationalmannschaft. Denn in der Gruppe A wartet schon im Auftaktspiel der EM 2012 im Nationalstadion von Warschau am 8. Juni mit Griechenland eine lösbare Aufgabe. Denn in den letzten vier Freundschaftsspielen kassierte die Mannschaft von Nationaltrainer Franciszek Smuda gegen die Hellenen kein einziges Gegentor, zwei Mal gewannen die Polen, zwei Mal trennte man sich 0:0. Am 12. Juni in Warschau empfängt Polen anschließend Russland, gegen das sich die Bialo-Czerwoni im bisher einzigen Freundschaftsvergleich 2:2 trennten. Und zum Abschluss der Gruppe A wartet am 16. Juni in Breslau noch Tschechien, das zuletzt von den Polen in einem Testspiel im Februar 2008 mit 2:0 bezwungen wurde. Kurz darauf trafen sich beide Mannschaften dann in der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika. Tschechien siegte 2:0, im Rückspiel revanchierten sich die Polen mit einem 2:1-Erfolg. Trotzdem verpassten beide Teams damals das Ticket für die Weltmeisterschaft. Mit den eigenen Fans im Rücken haben die Polen aber beste Chancen, die Vorrunde zu überstehen. Keiner der drei Gegner gilt als schier übermächtig. Vieles kommt sicherlich auf einen idealen Start gegen Griechenland an, dann könnte die Woge der Euphorie Polen mindestens bis ins EM-Viertelfinale tragen.


Stars & Sternchen

Franciszek Smuda darf sich vor allem über seine Dortmunder Achse freuen: Lukasz Piszczek verteidigt hinten, im Mittelfeld treibt Kapitän Jakub Blaszczykowski das Spiel der Polen an, vorne soll Robert Lewandowski für die nötigen Tore sorgen. Ein erfahrener Mann ist mit mittlerweile über einhundert Länderspielen Michal Zewlakow von Legia Warschau. Zwischen den Pfosten stehen mit Lukasz Fabianski und Wojciech Szczesny gleich zwei Keeper, die ihre Brötchen in der Premier League beim FC Arsenal in London verdienen und somit reichlich Erfahrung mitbringen. Darüber hinaus ist Coach Smuda bemüht, möglichst viele Legionäre mit entsprechenden Auslandserfahrungen einzubauen. Ein Beispiel ist Sebastian Boenisch, der aufgrund einer langwierigen Verletzung bei Werder Bremen zuletzt kaum zum Zug kam, der aber wohl den Sprung in den EM-Kader dennoch schaffen wird. Ein weiteres bekanntes Gesicht der Bundesliga, das sicher mit bei der EM 2012 dabei sein wird, ist der Kölner Slawomir Peszko. Auch Adam Matuszczyk vom rheinischen Erzrivalen Fortuna Düsseldorf hat gute Karten.

Stärken & Schwächen

Wie viele EM-Gastgeber zuvor hat Nationaltrainer Franciszek Smuda mit dem Problem zu kämpfen, in den vergangenen zweieinhalb Jahren keine Pflichtspiele bestritten zu haben. Den „Ernstfall“ konnte Polen also nie wirklich proben. Hinzu kommt, dass die internationale Erfahrung sich in Grenzen hält. 2008 in Österreich und der Schweiz feierte Polen seine überhaupt erst zweite EM-Teilnahme nach 1960, bei der WM 2010 war der deutsche Nachbar nicht dabei. Die glorreichen Zeiten, in denen bei den Weltmeisterschaften 1972 und 1980 ein jeweils dritter Platz gefeiert wurde, sind ohnehin lange vorbei. Bleiben alle Akteure der Stammformation fit, ist den Polen durchaus eine Überraschung zuzutrauen. Das Problem ist allerdings der „zweite Anzug“: Der genügt höchsten internationalen Ansprüchen nicht. Bei Verletzungen oder Sperren wird es eng. Während sich die Hintermannschaft in den letzten Testspielen schon sehr ordentlich präsentierte, scheint Polen in vorderster Front zudem ein wenig zu abhängig vom besten Torschützen, Robert Lewandowski zu sein.